Erfahrungsberichte
Hier präsentieren wir Ergebnisse und Erfahrungsberichte von Fotografen, die unsere Produkte getestet haben.
7Artisans 6 mm f/2 Fisheye für APS-C
O B J E K T I V T E S T
Autor: Thorsten Naeser | Pressefotograf
Eine Herausforderung gefällig?
Die Ingenieure von 7Artisans rütteln an den Grenzen der Optik. Dieses Mal an der extremen Fischaugenperspektive. Mit ihrem neuen 6 mm Fisheye-Objektiv für spiegellose APS-C-Kameras haben sie eine ansprechend designte Linse aus Metall geschaffen. Sie stellt Fotografierende vor Herausforderungen: Denn es ist alles andere als trivial, für diese lichtstarke Optik die geeigneten Motive zu finden.
Das neue 7Artisans Ultraweitwinkel-Objektiv hat mit seinen 6 mm Brennweite eines der umfassendsten Blickfelder, die man mit einer APS-C-Kamera einfangen kann. Das Schöne daran: das gesamte Bild ist ausgefüllt mit dem Motiv, ohne störende schwarze Ränder an den Seiten. Ganze 220 Grad umfasst das Sehfeld. Damit „schaut“ die Linse sogar nach „hinten“. Das macht das Fotografieren nicht einfacher. Man muss aufpassen, denn man hat schnell die eigenen Finger oder Füße im Bild und merkt es nicht unbedingt. Aber der extreme Bildausschnitt schafft die Möglichkeit, dramatische Perspektiven in Fotos zu komponieren.
Der Trumpf der Ultraweitwinkel-Perspektive ist noch nicht alles, mit dem das Objektiv aufwartet. Auch mit der Lichtstärke geizt die knapp 420 Gramm schwere Optik nicht. Die offene Blende von f/2 verschafft viel Spielraum bei schwachen Lichtsituationen. Vor allem in der Astrofotografie bietet so ein Lichtfänger einen enormen Vorteil. Dazu gesellt sich eine wunderbare Naheinstellgrenze von zehn Zentimetern. Damit ist man bei geschlossener Blende in der Lage, enorme Tiefenwirkungen in seinen Bildern zu erzielen. Von vorne bis hinten wird alles scharf abgebildet.
Bei offener Blende dagegen und einer Fokussierung auf den Nahbereich, spielt man selbst bei diesem extremen Weitwinkelobjektiv mit Schärfe und Unschärfe. Das Bokeh, das dabei, etwa bei Nachtaufnahmen, entsteht, lässt sich sehen. Wenn wir schon beim Thema Scharfstellen sind: fokussiert wird übrigens rein manuell.
Wer gerne Landschaften fotografiert, der findet in dieser Linse ebenfalls kreative Stilmittel. In der Landschaftsfotografie wölbt sich der Horizont Fisheye-typisch sofort auffällig nach unten oder oben, selbst dann, wenn man die Kamera auch nur leicht kippt. Das schafft Dramatik in den Bildern und ist ein effektives Stilelement, das man allerdings nicht überstrapazieren sollte. Hält man die Kamera exakt waagrecht, dann kann man attraktive Panoramen von Landschaften aufnehmen.
An den Bildrändern findet man kaum Vignettierung. Auch Flares beim Fotografieren direkt gegen die Sonne, halten sich in Grenzen. Das zeigt, dass man auch in einem günstigen Preissegment für Objektive eine ordentliche Qualität für ambitionierte Fotografie abliefern kann.
Nun gilt es die Herausforderung zu meistern, geeignete Motive für so eine extreme Linse zu finden. Sehr gut kann man damit in Großstädten Architektur, wie etwa Hochhäuser einfangen. Schwenkt man die Kamera vor allem nach oben, gibt es im Großstadtdschungel unendlich viele Möglichkeiten, ursprünglich gerade Linien von Bauwerken zu wölben. In der Naturfotografie empfiehlt es sich, mit dem Vorder- und Hintergrund zu arbeiten, um Dramatik zu erzielen. Auch bei großen Objekten, wie etwa Zügen oder technischen Einrichtungen kann man mit dem 7Artisans 6 mm Fisheye spannende Perspektiven entdecken. Man muss nur nahe genug heran gehen an seine Motive. Damit erzeugt man starke Verzerrungen, es ergeben sich überraschende Anblicke bekannter Objekte.
TECHNISCHE ANGABEN
Brennweite: 6 mm
Bildwinkel: 220 °
Sensortyp: MFT | APS-C
Max. Blendenöffnung: f/2
Min. Blendenöffnung: f/16
Blendenlamellen: 9
Blendeneinstellung: manuell
Blendenring: rastet
Optischer Aufbau: 10 Elemente in 8 Gruppen
Fokussierung: manuell
Naheinstellgrenze: 10 cm
Filtergewinde: –
Abmessungen (DxL): ca. 69x76 mm
Gewicht: ca. 418 g
MEIN FAZIT
Mit dem extravaganten 7Artisans 6 mm gibt es ein preisgünstiges, wertig gebautes Ultraweitwinkel Fisheye-Objektiv auf dem Markt, das einige Ansprüche an seine Nutzer stellt. An diese Linse muss man sich gewöhnen und ihre eigenwilligen Abbildungseigenschaften verstehen. Dann kann man das Objektiv durchaus gewinnbringend einsetzen und unkonventionelle Kompositionen erschaffen.
7Artisans 35 mm f/0.95 für APS-C | MFT
O B J E K T I V T E S T
Autor: Thorsten Naeser | Pressefotograf
Ein eigener Charakter
Mit seiner hohen Lichtstärke von f/0.95 und einem Preis von unter 300 Euro weckt das 7Artisans 35 mm f/0.95 den Reiz, das Objektiv einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Das Design hat Retro-Charme. Es hat keinen Autofokus und lässt Erinnerungen an eine längst vergangene Fotoepoche aufkommen.
Wir wollen die Frage klären: Was schafft ein solch exotisches Objektiv? Wie ist es, mit einer auf ihre Grundfunktionen beschränktem Linse, in Kombination mit einer High-Tech-Kamera, auf Fototour zu gehen?
Nicht jedem mag die Firma 7Artisans ein Begriff sein. Deswegen gleich vorweg: Die Firma 7Artisans ist ein Objektiv-Hersteller, der von sieben fotobegeisterten Tüftlern in China gegründet wurde. Ihre Idee war, eine eigene Produktlinie mit attraktivem Design und bezahlbaren Preisen anzubieten.
Was bietet sich mehr an, als mit einem so lichtstarken Objektiv in der Nacht auf Fototour zu gehen? Es geht in den Münchner Stadtteil Neuhausen. Mit seinen abwechslungsreichen Restaurants, historischer Architektur und bunten Unterführungen ist das umtriebige Viertel ein durchaus lohnenswerter Anlaufpunkt, um Streetfotografie bei Dunkelheit zu betreiben.
Das Objektiv ist auf eine Sony Alpha 9 Vollformatkamera aufgesetzt. Da es in dieser Konfiguration nicht mit der Kamera kommuniziert, muss die Kamera umgestellt werden auf APS-C Format, für das das 7artisans gerechnet ist. Ebenso muss der Kamera mitgeteilt werden, dass sie auch ohne Objektiv auslösen soll. Diese Einschränkungen sind zwar schade, hindern aber nicht wirklich am Fotografieren. Ganz im Gegenteil: So wird das Fotoerlebnis eher wieder etwas altertümlich. Die Sinne für die Grundelemente der Fotografie werden geschärft.
Im Gepäck befindet sich weder ein Blitz, noch ein Stativ. Alles wird aus der Hand aufgenommen. Die Festbrennweite ist erstaunlich kompakt und zudem hochwertig verarbeitet, was man für den Preis eigentlich nicht unbedingt erwartet. Damit liegt das Objektiv in Kombination mit der Kamera angenehm und gewichtig in der Hand, was sich bei längeren Belichtungszeiten auszahlt. Wenn man also auf Motivsuche mit einer ISO-Zahl ab 800 durch die nächtlichen Straßen schlendert, dann erzielt man problemlos Belichtungszeiten von 1/15 Sekunde. Die Helligkeit im Sucher ist erstaunlich.
Jedoch ist der Schärfe-Bereich bei offener Blende minimal. Man muss sich beim Scharfstellen sehr konzentrieren. Für schnelle Portraits von Menschen oder bewegten Objekten ist diese Art der Fotografie eher nicht geeignet.
Jedoch kann man sich auf Stillleben konzentrieren und dabei versuchen, möglichst viele Lichter der Stadt atmosphärisch einzufangen. Darin liegt die Stärke des 7Artisans 35mm f/0.95. Hier spielt das Objektiv sein Können aus, vor allem durch das auffällig weiche Bokeh, das bei offenen Blendeneinstellungen erzeugt wird und dem Objektiv seinen ganz eigenen Charakter verleiht.
Beispielbilder von © Torsten Naeser (zum Vergrößern klicken)
Dieses markante Bokeh bei komplett geöffneter Blende war der Anlass, das 7Artisans 35mm f/0.95 noch einmal in einer weiteren Kombination, mit einem Anschluss an der Fuji XPro2, an einer hell erleuchteten Straßenbahnhaltestelle zu testen. An solchen urbanen Spots kann man herrlich mit Schärfe und Unschärfe und den sich daraus ergebenden leicht surreal wirkenden Motiven experimentieren. Bei offener Blende verschwimmen die Lichter und produzieren eine bunte Farbenpracht, die Strukturen im Hintergrund bestenfalls noch erahnen lassen. Ein äußerst reizvolles Spiel mit den Lichtern der Stadt.
Brauchbare Ergebnisse liefert das Objektiv auch im Porträtbereich. Bei Mischlicht im Münchner Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke spielt es bei offener Blende seinen experimentellen Charakter gut aus. Die geringe Tiefenschärfe lässt Lichter und Strukturen hinter den Köpfen der Abgüsse harmonisch verschwimmen. Porträtiert man die Statuen nicht frontal, sondern eher seitlich, kann es passieren, dass die Schärfe nur auf einem Auge allein liegt, das zweite schon leicht unscharf ist. Die Bilder sind dennoch in den scharfen Bereichen hervorragend durchgezeichnet.
Das wurde vor allem an den Studien einzelner Hände der Figuren sichtbar.
TECHNISCHE ANGABEN
Brennweite: 35 mm
Bildwinkel: 43 ° (APS-C)
Sensortyp: MFT | APS-C
Max. Blendenöffnung: f/0.95
Min. Blendenöffnung: f/16
Blendenlamellen: 12
Blendeneinstellung: manuell
Blendenring: stufenlos
Optischer Aufbau: 11 Elemente in 8 Gruppen
Fokussierung: manuell
Naheinstellgrenze: 37 cm
Filtergewinde: 52 mm
Abmessungen (DxL): ca. 62x63,2 mm
Gewicht: ca. 369 g
Besonderheiten: extrem lichtstark
MEIN FAZIT
Das wertig gebaute 7Artisans 35 mm f/0.95 hat zweifelsohne seinen ganz eigenen Charakter. Die Bildqualität ist für den Normalverbraucher mehr als akzeptabel. Vor allem dann, wenn man sie in Relation zu dem fairen Preis für ein Objektiv dieser außergewöhnlichen Lichtstärke setzt. Attraktiv ist der experimentelle Anstrich, den die Linse aufweist.
Er fordert die Fotografen, wenn man das Potential nach einigen Probeläufen erkannt hat.
7artisans 4 mm f/2.8 Fisheye für APS-C | MFT
O B J E K T I V T E S T
Autor: Sven Trautmann
7artisans 4mm f/2.8 Fisheye
TECHNISCHE ANGABEN
Brennweite: 4mm
Bildwinkel: 225°
Sensortyp: APS-C | MFT
Maximale Blendenöffnung: f/2.8
Minimale Blendenöffnung: f/16
Blendenlamellen: 7
Blendeneinstellung: manuell
Blendenring: stufenlos
Optischer Aufbau: 10 Elemente in 8 Gruppen
Fokussierung: manuell
Naheinstellgrenze: 8,5cm
Abbildungsmaßstab: -
Filtergewinde: -
Abmessungen (DxL): ca. 60x54mm
Gewicht: ca. 201g
Material: Metall
Hier geht es zum ausführlichen Video: